Singen mit oder trotz Corona


Hier können Sie an den Erfahrungen der Chöre teilhaben, die - den coronalen Widrigkeiten zum Trotz - einen Weg zum gemeinsanen Singen gefunden und beschritten haben.

Weiter so!

 

Die Berichte werden in der Reihenfolge des Eingangs in der Geschäftsstelle veröffentlicht.


11.

Sängerkreis Hersfeld

 

Geprobt wird im Freien

Singen in Corona-Zeiten beim Gemischten Chor Landershausen

 

Text von Annika Bein

 

Auch den Gemischten Chor Landershausen stellt die Corona-Zeit vor neue Herausforderungen. Mit Klappstuhl und Noten unterm Arm geht es derzeit den kurzen Schotterweg hoch zum Landershäuser Sportplatz. Anfangs nur, um sich wieder zu sehen, dann auch für erste zaghafte Proben, treffen sich die Sängerinnen und Sänger des Gemischten Chor Landershausen.

 

Von einigen Chormitgliedern wird bestätigt, selbst wenn der Klang mit Abstand zu einander und unter freiem Himmel ein anderer ist, alle kommen gerne. Die regelmäßigen Proben am Montagabend fehlten den Sängern. Spuren hat die Corona-Pandemie dennoch hinterlassen. Sänger und Sängerinnen, die der Risikogruppe angehören, bleiben den Proben aus verständlichen Gründen fern. Aber sie sind auf keinen Fall vergessen, denn die Aktiven wurden zu „fahrenden Musikanten“ und gaben kleine private Fensterkonzerte für die Daheimgebliebenen. In einem großen Kreis im Hof oder im Garten, konnte vom Fenster aus zugehört werden. Eine der besuchten Sängerinnen sagte: „Ich freue mich euch zu sehen. Normalerweise muss man ein Ständchen bestellen, aber ihr besucht mich und schenkt mir schöne Lieder. Danke!“

 

So lange unter freiem Himmel geprobt werden kann, werden die Proben stattfinden. Wie die Probenzeit in Herbst und Winter aussehen kann? „Da gibt es erste kreative Ideen“, erklärt die Chorleiterin Katrin Knott mit einem Augenzwinkern.

 

Erschienen: 8. September 2020, Hersfelder Zeitung


10.

Sängerkreis Hersfeld

 

Beeindruckendes Fensterkonzert auf dem Rathausplatz:

Endlich wieder singen!

Seit Mitte März mussten die Stimmen der Sängerinnen und Sänger des Chores der Modell- und der Gesamtschule Obersberg Corona bedingt schweigen. Und auch jetzt ist es Schülern noch nicht erlaubt, als Chor aufzutreten. Somit waren es ehemalige Sängerinnen und Sänger sowie Lehrkräfte, die im Juli zwei eindrucksvolle Konzerte mitten in Bad Hersfeld gaben. Und zwar aus Fenstern des Rathauses, der ehemaligen Stadtkasse und der Hoehlschen Buchhandlung - ganz im Sinne der Corona-Abstandsregeln. Aus den 25 Stimmen formte sich im Ohr der zahlreichen Zuhörer ein homogener Klang, der im wahrsten Sinne des Wortes dreidimensional beim Publikum ankam. Volkslieder, Evergreens, die "Ode an die Freude" und Popsongs hatte Chorleiter Ulli Meiß ausgesucht. Rund 30 Minuten sangen die Choristen ihr Programm und boten dem Publikum etwas, auf das dieses viele Monate hatte verzichten müssen: Live-Chormusik in bester Manier. Obwohl es nur eine kurze Probe gegeben hatte, schien den Ehemaligen das Repertoire noch sehr gut in Erinnerung geblieben zu sein. Auch das achtstimmige Echo-Lied von Orlando di Lasso entfachte durch die räumliche Trennung der Singenden einen ganz besonderen Reiz. Langer Beifall nach jedem Vortrag und am Schluss forderte dann als Zugabe eine Wiederholung der "Ode an die Freude" von Ludwig van Beethoven heraus. Aus terminlichen Gründen erklang das Fensterkonzert, das innerhalb des alternativen Kulturprogramms "Ein anderer Sommer" in der Festspielstadt stattfand, bereits am Wochenende vor dem eigentlichen Beginn. Am Samstag führte der Chor mit Musiklehrerin Anne Rill am Klavier das Programm gleich zweimal mit Erfolg auf.

Bericht und Bild. Christopher Göbel

 


9.

Sängerkreis Hersfeld

 

Der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg probt nach der Corona-Zwangspause endlich wieder – und zwar im Freien.

 

Der reguläre Unterricht war längst zu Ende und dennoch herrschte am Obersberg noch ein reges Treiben auf den verschiedenen Schulhöfen. Gesang ertönte am letzten Montag im August zum ersten Mal seit langer Zeit auf dem Campus, und man sah gut gelaunte Jugendliche auf Campingstühlen und Kissen sitzend, die Notenmappen in der Hand. Der Chor der Modell- und Gesamtschule Obersberg hatte seinen Probenbetrieb wieder aufgenommen und gleich zur ersten Trainingseinheit waren über 96 Schülerinnen und Schüler erschienen. Ein Blick zurück: Im März fand die letzte Probe statt, dann ging es in den Lockdown, für den Chor zunächst eine absolute Katastrophe. Und dennoch steckte man den Kopf nicht in den Sand. Die ehemaligen Sängerinnen und Sänger, die als einzige singen duften, sprangen ein und überraschten etwa mit dem Fenster-Konzert vor dem Rathaus (wir berichteten). Über die verschiedenen Formen der Social Media wie Instagram und Facebook, Mail und WhatsApp hielt man Kontakt miteinander, lies Erinnerungen Revue passieren und machte sich Mut.

Nun endlich der Neustart, der unter den besonderen Bedingungen für Ulli Meiß und seine Kolleginnen und Kollegen allerdings eine wahre Herkulesaufgabe bedeutete, denn vor allem musste der Hygieneplan eingehalten werden. Die Schülerinnen und Schüler trafen sich in verschiedenen Kleingruppen in fünf Schichten von 16 bis 20 Uhr. Um den Aerosolen zu trotzen, fanden alle Proben im Freien statt, transportable Klaviere zierten den Schulhof. Die Lehrkräfte hatten im Vorfeld Markierungen aufgestellt, so dass die Mindestabstände eingehalten werden konnten. Bis jeder seinen Platz eingenommen hatte, war Maskenpflicht angesagt, wer wollte, desinfizierte seine Hände. Jeder Teilnehmer hatte zuvor schriftlich versichert, dass er frei von Corona-Symptomen ist. Viel Disziplin, Organisation und Bürokratie, sollte man meinen, freut man sich da noch aufs Singen? Na klar, war die einhellige Meinung und leidenschaftlich war auch der Gesang bei bester Stimmung. Die Schule hat endlich ein Stück musikalisches Leben zurück, was alle schmerzlich vermisst hatten.

Bericht und Bild: Martin Gellert


8.

Sängerkreis Kassel

 

Zurück im Chorleben – Provocale aus Kassel probt wieder

 

Eine schwere Zeit für Freunde des Gesangs – diese Chor-ona-Zeit. Aber schließlich hatten wir uns dieses schöne, aber gefährliche Hobby durchaus selber ausgesucht zu einer Zeit, wo noch niemand ahnen konnte, dass einmal Hai-Taucher und S-Bahn-Surfer auf der Risikoscala der Hobbies weit hinter dem Chorgesang rangieren würden. Ob Chorsänger  heute noch in privaten Krankenversicherungen aufgenommen werden, bleibt abzuwarten.

 

Aber Not macht bekanntlich erfinderisch, und das wäre ja kein richtiger Chor, der nicht Mittel und Wege fände, dem Gesang mit Gleichgesinnten zu frönen.

 

So trafen sich die Sängerinnen und Sänger von Provocale e.V. aus Kassel am 20. August erstmals nach der Corona- und anschließenden Sommerpause wieder zur Probe;  nicht wie gewohnt im Probenraum, sondern im Park Schönfeld auf der Besuchertribüne der Seebühne. Vor schöner Kulisse mit durchaus guter Akustik und natürlich unter Einhaltung der vorgeschriebenen Sicherheitsabstände sangen wir uns unter Leitung von Florian Stumpf und Jonathan Feik ein, probten gleich zwei neue Stücke und ließen auch bereits Bekanntes erschallen. Die Spaziergänger im Park zeigten sich sehr erfreut angesichts dieser gesanglichen Darbietung und spendeten spontan Applaus. Und so endete eine schöne Probe unter ungewöhnlichen Umständen mit einem Stück der Toten Hosen, das für uns und wir hoffen auch für alle anderen Chöre als Sinnbild für den Neubeginn der Chormusik steht: „Steh auf…es wird schon irgendwie weitergehen“.

Sigrid Kantor

 

Der Chor bei den Einsingübungen

Florian Stumpf und Jonathan Feik stellen die neuen Lieder vor


7.

Sängerkreis Reinhardswald-Diemel

 

Volkschor Helmarshausen

Nachdem der Volkschor Helmarshausen, unter der Leitung von Andrea Schade, am 9. März die letze Chorstunde geleitet hat, kam man überein, es nach einer „ungewollten Durststrecke“ wieder zu versuchen. Unter den vorgegebenen Hygienevorschriften startete man am 22. Juni den ersten Versuch auf unserem Klosterhof in Helmarshausen.

Der Vorstand war selbst überrascht, dass sich 17 von 22 aktiven Sängerinnen und Sängern eingefunden haben um wieder aktiv zu werden. Nach dreimaliger Übungsstunde auf dem Klosterhof zog man dann wieder ins Bürgerhaus um, wo jetzt –natürlich nur bei gutem Wetter- auf der Terrasse nicht nur fleißig geprobt sondern auch wieder das ein oder andere private Wort gesprochen werden kann. Die Chormitglieder freuen sich jedes Mal auf ein Wiedersehen und hoffen, dass sie noch lange an der frischen Luft ihrem schönen Hobby frönen können.

 


6.

Sängerkreis Kassel

 

TonArt Lohfelden

Seit ein paar Wochen proben wir im Freien (siehe Foto).

Auf dem Foto werden die Abstände durch die Perspektive verzerrt. Es sind zwei Kreise mit versetzten Stühlen.

Zur Zeit untersuchen wir die Möglichkeit, bei uns in Lohfelden einen großen Raum (Turnhalle, Saal im Bürgerhaus, o.a.) zu nutzen, wenn das Proben im Freien wettermäßig und jahreszeitlich nicht mehr möglich ist.


5.

Sängerkreis Mittelwerra

 

Die Liedertafel Niederhone trotzt Corona und probt im Freien!

Da das Singen in der Halle in bisheriger Form nicht möglich und auch zu gefährlich war, alleine schon wegen der Tröpfchen- und Aerosolübertragung, proben  die Sängerinnen und Sänger der Liedertafel Niederhone seit dem 9. Juni im Freien auf der Grünfläche vor der heimischen Turnhalle. Natürlich unter strenger Einhaltung des von der Stadt Eschwege genehmigten Hygienekonzepts. Mit Abstand von jeweils 2 Metern wöchentlich dienstags, in

Chor-Gruppen, abwechselnd Männer und Frauen. Dies stellt für alle zwar eine große Herausforderung dar, aber die Freude, endlich wieder gemeinsam Singen zu können, überwiegt jedoch bei Weitem. Und es ist auch in dieser Form nur jetzt im Sommer und bei schönem Wetter möglich.

 

Aber immer noch besser, als dass sich aus dieser Corona-Pandemie  eine chorische Lethargie entwickelt und dadurch auch einige Chöre  ganz aufhören, wie es teilweise ja schon prophezeit wird!

Für den bevorstehenden Herbst ist auch schon eine Hygienekonzept für das Singen in der Halle nach dem Musterkonzept des Landesmusikrates und den städtischen Vorgaben vorbereitet.

Wir hoffen so diese für unsere Chöre so bittere Corona-Zeit gut und vor allem gesund zu überstehen, ohne dass unser Verein und das geliebte Singen allzu großen Schaden nimmt.

 


4.

Sängerkreis Chatten

 

Hallo liebe Sängerinnen und Sänger,

 

der Chor Chorios e.V. hat am 01.07.2020 die Corona Zwangspause beendet und probt wie gewohnt im zwei wöchigen Rhythmus. Aber außer dem Probenrhythmus ist wenig Vertrautes geblieben.

 

Es war schnell klar, dass eine Aufnahme des Probenbetriebes wie in der Vergangenheit, in absehbarer Zeit nicht möglich sein würde. Daher haben wir eine anonyme Umfrage unter den Sängerinnen gestartet, um zu erfahren ob der Wunsch nach Chorproben auch in abgewandelter Form besteht. Zu meiner Freude haben sich alle aktiven Sängerinnen beteiligt und wir hatten ein eindeutiges Votum für die zurzeit praktizierte Probenform.

 

 

 

 

Da sich im Juli maximal 10 Personen treffen durften mussten wir zwei Gruppen mit jeweils einer Stunde Probenzeit anbieten. Hierfür konnten sich die Sängerinnen vor der Probe zu einer ersten oder zweiten Probenzeit anmelden. Das Anmeldeverfahren wurde als unangenehm empfunden zudem zeigte sich, dass jeweils nur wenige Sängerinnen erschienen.

 

Seit die Personenbegrenzung von 10 Personen weggefallen ist treffen wir uns ohne vorherige Voranmeldung im Garten einer Sängerin. Der empfohlene Abstand von 3 Metern beim Singen lässt sich gut einhalten wenn man einen Kreis bildet. Zwischen 5 und 12 Personen nehmen aktuell an den Proben teil und je nachdem haben wir einen großen oder kleineren Kreis.

 

Schnell haben wir gemerkt, dass sich Chorsingen im Garten anders anhört und anfühlt! Zuerst mussten wir feststellen, dass unsere Stimmen deutlich unter der Singpause „gelitten“ haben. Im Besonderen die Tonumfänge haben in der Pause abgenommen.

 

 Die zweite Feststellung war, dass jede von uns das Gefühl hatte  allein zu singen. Die Wahrnehmung, Teil einer Stimme zu sein, löst sich im Garten auf. Jede Sängerin hört in erster Linie sich selbst. Es brauchte einige Lieder und Termine um sich daran zu gewöhnen und das stimmliche Selbstvertrauen zurück zu gewinnen.

 

Anfangs haben wir die Proben auf dem Sportplatz abgehalten, da wir im Ort nicht stören wollten und um eine ruhige und ungestörte Umgebung zum Singen zu haben. Mittlerweile proben wir in größeren Gärten und stellen fest, dass die bebaute Umgebung und Begrünung ein Stück weit Raumbegrenzung gibt. Hier fühlen wir uns deutlich wohler, auch wenn mal bei lauten Silben Nachbars Hühner erschrecken. In der Regel freut sich die Nachbarschaft über die ungewohnte musikalische Abwechslung.

 

 

 

 

Die Proben im August waren heiß, auch wenn wir erst um 19:30 Uhr begonnen haben. Regnet es fällt die Chorprobe aus, da wir ausschließlich im Freien üben. Unser Dirigent leitet auch einen Kirchenchor. Die Kirche hat hier ganz klare Vorgaben zur Gestaltung verschiedener Musikproben festgelegt.

 

Ich hätte mir von unserem Verband Gestaltungsvorschläge gewünscht, damit nicht jeder Chor für sich Informationen beschaffen und bewerten muss!!!

 

 

 

Hygienekonzept für die Chorproben des Chores Chorios e.V.

 

Das Hygienekonzept für eine Wiederaufnahme der Chorproben basiert auf den Regelungen zur Kontaktbeschränkung der Landesregierung Hessen vom 11.06.2020, Stellungnahmen zum Spielbetrieb der Orchester während COVID-19 Pandemie (07.05.2020), Sondernewsletter – Corona des Landesmusikrat Hessen (05-2020) sowie Handlungshilfen für die Branche Bühnen und Studios im Bereich Probenbetrieb der gesetzlichen Unfallversicherung (06.05.20).   

 

1.     Proben finden zurzeit unter freiem Himmel statt.

2.    Die Teilnahme an der Probe geschieht in eigener Verantwortung. Personen, die einer Risikogruppe angehören, schätzen selbst ein, inwiefern sie an der Probe  teilnehmen möchten.

3.    Das Ankommen und Verlassen der Veranstaltung erfolgt unter Wahrung der geltenden Kontakt- und Abstandsregeln.

4.    Es wird eine Teilnehmerliste mit Kontaktdaten geführt. Wer sich in die Liste eintragen lässt, bestätigt damit, frei von Krankheitssymptomen zu sein und in den vergangenen 14 Tagen keinen wissentlichen Kontakt zu einer infizierten Person gehabt zu haben.

5.    Nach dem Ankommen werden die geltenden Abstandsregeln  während der gesamten Probenzeit eingehalten.

6.    Beim Singen ist ein Mindestabstand von 3 m in alle Richtungen und zum Dirigenten  einzuhalten.

7.    Die Probe erfolgt im Stehen. Wer nicht so lange stehen kann oder möchte, bringt sich eine eigene Sitzgelegenheit mit.

8.    Jede Sängerin benutzt ihr eigenes Notenmaterial.

9.    Die Etikette der Händehygiene, Niesen und Husten sind nach Standard des

Robert Koch Institutes einzuhalten

 

Das Hygienekonzept Stand: 22. Juni 2020 wurde jedem Chormitglied zugestellt.

Verantwortlich für die Umsetzung der Vorstand

Ingrid Ast-Eubel